Krankenhausanpassungsgesetz: Drohende Versorgungslücken in der Endokrinologie

Dr. Andreas Böhme

Das kürzlich in Kraft getretene Krankenhausanpassungsgesetz (KHAG) schien ursprünglich die Stellung der Endokrinologie im Krankenhaus zu stärken. Aber die einst geplanten Kriterien wurden aufgeweicht und es drohen gerade für Hypophysen- und Nebennierenerkrankte Versorgungslücken. 

Ursprünglich war für die Leistungsgruppe "Komplexe Endokrinologie und Diabetologie" vorgesehen, dass das Krankenhaus mindestens zwei Fachärztinnen bzw. Fachärzte für Endokrinologie und Diabetologie hat, was eine sechsjährige Zusatzausbildung bedingt. Nun genügt bereits die einjährige Zusatzweiterbildung Diabetologie.

Das Netzwerk Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) haben sich massiv dafür eingesetzt, dass die Änderungen zurückgenommen werden, leider bislang vergeblich. Allerdings gibt es perspektivisch noch Hoffnung: Die Krankenhausreform gilt als "lernendes System". Ein Leistungsgruppenausschuss wird in den kommenden Jahren Empfehlungen zur Weiterentwicklung erarbeiten. Das Netzwerk wird auf diesem Weg weiterhin versuchen, Änderungen für die Betroffenen zu erkämpfen.

Der geschäftsführende Netzwerk-Vorstand Dr. Andreas Böhme hielt am 26.4. beim Treffen der Regionalgruppenleiterinnen und -leiter in Fulda ein Referat zu dieser Thematik. Netzwerk-Mitgieder finden dazu die Präsentation im geschützten Mitgliederbereich. Bitte klicken Sie nach dem Einloggen oben im Bereich "Intern" auf die Rubrik "Vorträge".