Diabetes insipidus

Der Diabetes insipidus (DI) ist eine Erkrankung, bei der die Nieren nicht in der Lage sind, die Flüssigkeit den Erfordernissen des Organismus entsprechend einzubehalten. Folglich kommt es zur Ausscheidung von großen Urinmengen.

Definition

Was ist ein Diabetes insipidus?
Der Diabetes insipidus (DI) ist eine Erkrankung, bei der die Nieren nicht in der Lage sind, die Flüssigkeit den Erfordernissen des Organismus entsprechend einzubehalten. Folglich kommt es zur Ausscheidung von großen Urinmengen. Im Gegensatz zum besser bekannten Diabetes mellitus, einer häufig vorkommenden Störung des Zuckerstoffwechsels mit Ausscheidung von zuckerhaltigem Urin, wird beim Diabetes insipidus sehr dünner, zuckerfreier Urin ausgeschieden. Die Ursache des Diabetes insipidus liegt in einer fehlenden Wirkung des antidiuretischen Hormons (ADH, Vasopressin). Da der Organismus viel Wasser verliert, kommt es zum Austrocknen des Körpers und auch der Schleimhäute und zu einem starken Durstgefühl. Die Patienten mit dieser Erkrankung müssen große Mengen Flüssigkeit trinken, manchmal 10 Liter und mehr pro Tag. Sie müssen entsprechend große Mengen Urin lassen – auch nachts! Die meisten Formen des Diabetes insipidus sind durch eine fehlende oder mangelhafte Bildung des antidiuretischen Hormons Vasopressin (ADH) im Zwischenhirn (Hypothalamus) bzw. durch eine fehlende Freisetzung von Vasopressin aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) bedingt (Diabetes insipidus centralis). Selten ist auch eine fehlende Hormonwirkung an der Niere für die Erkrankung verantwortlich (Diabetes insipidus renalis).

Ursache

Symptome

Neben dem allgemeinen Krankheitsgefühl ist das wichtigste Symptom der Krankheit eine sehr stark gesteigerte Harnmenge, manchmal bis zu 10 Liter pro Tag und mehr. Infolge des Flüssigkeitsverlustes besteht ein starkes Durstgefühl, das tags und nachts gleich stark ausgeprägt ist. Entsprechend heftig ist das Verlangen nach Flüssigkeit und das Trinken großer Mengen vor allem an Wasser, auch nachts, so dass der Schlaf erheblich gestört ist. Es ist wichtig, dass die Trinkmenge hoch bleibt und nicht unterdrückt wird, da es sonst zu einer Verarmung an Wasser im Körper kommt, die gefährliche Ausmaße annehmen kann. Oft beginnt die Krankheit plötzlich und der Patient kann genau schildern, wann die Krankheit begonnen hat. Neben dem Durst fällt sofort die große Urinmenge auf. Entsprechend wird die Trinkmenge gesteigert. Dabei bevorzugen die Patienten meist klares Wasser.

Diagnose

Ein Verdacht auf einen Diabetes insipidus besteht, wenn in 24 Stunden mehr als 4 Liter Urin ausgeschieden werden und der Durst entsprechend erhöht ist.

Bisher erfolgte die Diagnosestellung des Diabetes insipidus meist über den sogenannten Durstversuch, bei dem der Patient bis zu 16 Stunden nichts zu trinken bekam. Es wird geprüft, ob der Patient in der Lage ist, die Urinproduktion zu vermindern und den Urin zu konzentrieren. Wenn dies nicht der Fall ist, erhält der Patient kleine Mengen Vasopressin, oft durch eine Injektion, um die Wirkung von Vasopressin direkt an der Niere zu testen. Fehlt das Hormon im Blut, führt die Gabe von Vasopressin unmittelbar zu einem deutlichen Rückgang der Urinmenge. Inzwischen führen einige spezialisierte Zentren auch Alternativtests (z. B. mit konzentrierter Kochsalzinfusion) durch, um so die Vasopressinfreisetzung zu stimulieren und hierbei die Hormonkonzentration im Blut zu bestimmen.

Behandlung und Therapie

Beim Diabetes insipidus centralis muss das fehlende Hormon Vasopressin ersetzt werden. Vasopressin, das natürlich vorkommende Hormon, wirkt an der Niere nur kurzfristig. Deswegen wurde ein langwirkendes und nur an der Niere angreifendes Vasopressin (DDAVP oder Desmopressin) entwickelt. Es wird als Nasentropfen, Nasenspray oder in Tablettenform verabreicht. Zu Beginn der Behandlung wird eine sehr geringe Dosis vor dem Schlafengehen eingenommen und dann nach Bedarf gesteigert. Über die Nasenschleimhaut kann DDAVP gut in den Blutkreislauf aufgenommen werden. DDAVP wird gut vertragen und hat sehr wenig unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen). Bei einer Entzündung der Nasenschleimhaut (z. B. starker Schnupfen) kann die Wirkung von DDAVP vermindert sein.

Es ist sinnvoll, dass Patienten mit Diabetes insipidus, die mit DDAVP behandelt werden, einen Notfallausweis bei sich tragen.

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