Ärzte verweigern notwendige Kassenleistung – Privatabrechnung für Knochendichtemessung

Nach einem Beschluss im April 2013 können seit 1. Januar 2014 Ärzte endlich die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) bei Risikopatienten mit den gesetzlichen Krankenkassen problemlos abrechnen. Doch anscheinend wird dieser Beschluss nicht oder unzureichend umgesetzt: Betroffene Frauen und Männer erhalten die Messung häufig nur auf eigene Kosten.

Laut einer Pressemitteilung der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss sollen sich Ärzte immer wieder weigern, die Leistung für das vereinbarte Entgelt zu erbringen. In einigen Fällen wurden die Patienten wohl falsch von den Ärzten informiert: So sei ihnen mitgeteilt worden, dass diese Leistung nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten sei und daher von den Patienten selbst getragen werden müsse. Teilweise sollen auch die Genehmigungen für die Messgeräte – als Qualitätsvoraussetzung zur Abrechnung – zurückgegeben worden sein, um dann die Leistung privatärztlich abzurechnen. 

Sogar einige Krankenkassen sollen falsch informieren. Der GKV, die Interessenvertretung aller Kranken- und Pflegekassen, teilt allerdings in einem Rundschreiben die Einschätzung der Patientenvertretung. Danach stellen derartige Praktiken „einen Verstoß gegen die vertragsärztlichen Pflichten dar“. Wenn der erforderliche technische Stand nicht eingehalten werden könne, müsse eine Überweisung an einen anderen Vertragsarzt erfolgen.


Auch das Netzwerk Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen ist der Ansicht, dass die beschriebenen Vorgehensweisen den Regelungen der Bundesmantelverträge widersprechen. Betroffene Patientinnen und Patienten sollten sich zur Wehr setzen und bei entsprechenden Vorfällen ihre Krankenkasse informieren.