Guten morgen, Angela,
na ,da hast Du mir ja auch noch den Kopf gewaschen.

Eigentlich hatte das gestern abend mein Mann erledigt. Ich blocke bei dem Thema immer sehr schnell ab.
Aber er hat ja Recht, wenn er sagt, Sehnsucht haben, und wieder in dieselbe Falle tappen , das geht nicht.Und er hat mir auch gesagt, dass ich, wenn ich wirklich gehorcht hätte, wie gefordert, heute wohl blind wäre.
Ich stolper immer noch über bestimmte Sätze, die zum Schluss gefallen sind, bevor es zum Bruch kam.Und verstehe einfach nicht, wieso solche negativen Veränderungen auf Seiten der Eltern , gerade in der Zeit , stattgefunden haben. Warum wollten sie meinen Mann beiseite drängen? Warum wollten sie die Führung übernehmen? Gingen so harsch mit uns um? Und stiessen uns weg.Sie wollten uns erzählen, wie man mit Ärzten umgeht. Sie wollten alles und überall mit eingebunden sein. Haben hinter meinem Rücken ,leider erst im Nachhinein erfahren,mit den Ärzten telefoniert. Ach, da sind so tausend Dinge, die ich Dir jetzt schreiben könnte. Deshalb musste ich das mal eben in der Kur wahrnehmen. Wo sonst? Hier kann ich nirgends gehen.
Das Reden hat mir eine ganze Menge gebracht und ich weiss, dass es eine Menge Übergriffe gegeben hat gegen uns oder auf uns. Wir haben es als solches nicht wahrgenommen. Haben nur weiter "funktioniert".Das ist bitter. Wir haben uns über Emotionen steuern lassen. So doof und gutmütig waren wir.
Meine Seite ist nie damit fertig geworden, eine kranke Tochter von Geburt zu haben. Die hat am Leben gehindert,weil man sich mehr kümmern musste.Ich war eine Frühgeburt, ein sog. blue Baby, wo schon ein Teil der Ursache zu finden ist. Man hat sich geschämt, weil jemand, eine Schwester gesagt hatte, ich hätte einen Wasserkopf. Ist dem aber nie nachgegangen. Und ist dann zusammengebrochen, als die Diagnose mit dem Hirntumor zusammen bekannt wurde. Da fiel die Schwester wieder ein. Ansonsten hätte ich diesen Eingriff, der mir sehr wahrscheinlich noch bevorsteht, schon längst hinter mir.
Ich konnte und wollte ihnen die Verantwortung nicht lassen. Sie hätten am liebsten gesehen, wenn sich mein Mann von mir getrennt hätte. Und so war es auch von der anderen Seite.Ich war nicht recht, weil ich nicht für deren Bequemlichkeit arbeiten konnte.
Weisst Du, ich habe viel Tagebuch geschrieben oder Briefe, die ich dann aber vernichtet habe. Das war meine Weise , damit umzugehen.
Ich meine, ich will nicht nur reduziert werden ,auf das Seelenleben. Denn viele Beschwerden sind real. Sie sind nicht wegzureden. Aber ich denke, man wird von der Klinik auch darüber einen Bericht schicken. Noch warten wir.
Keine Bange, heute bin ich bereits fertig. Sogar Bad, Küche und Toilette sind gereinigt. Essen ist in Vorbereitung.
Habe gestern und vorgestern viel gemalt , um mich irgendwie auch von meinem Bauch abzulenken.
Heute früh brennt der wie Teufel ,weil ich eingerieben habe mit einer Brandsalbe. Und das bei einem Insektenstich. Was passiert eigentlich noch so alles.
Hausärztin: wir leben in einem Dorf. Und da gibt es nur zwei Praxen.
In der anderen ist mein Vater Patient. Und den ganzen Schmus wieder von vorne erzählen, will ich irgendwie nicht.Das hat mir schon gereicht ,bei dem Wechsel der Endos.
Noch etwas zur Arbeit sehen:wir haben einen grossen Garten, und das war immer mein ganzer Stolz, mein kleiner Park.
Dazu bin ich nicht mehr in der Lage. Ich habe inzwischen Wildblumen ausgesät,Kräuter.Die blühen ,wenn es nicht gerade so ein dolles Wetter ist, wie im Augenblick ,wunderschön. So spare ich schon etwas an Pflege.
Nur brauche ich für alles länger,ich kann nicht mehr vorplanen, weil ich nicht abschätzen kann ,was mich am nächsten Tag wieder ausbremst, welche Abteilung wieder mal quält oder schmerzt. Damit komme ich nicht zurecht. Oder mir ist schwindelig, dass ich mich so gut wie nicht bewegen kann. Oder ich habe wieder irrsinnige Kopfschmerzen ...., oder wieder Durchfälle.....
Du verstehst ,was ich sagen will? Nichts ist mehr wie früher,nur ein klein wenig. Und von wegen Alter, das lasse ich nicht gelten. Ich weiss ja nicht , wie alt Du bist, aber ich bin Bj. 64. Das ist eigentlich gerade so das beste Alter. Das ist für mich keine Ausrede.
Und das sieht eben niemand. Es ist alles in bester Ordnung.Für mich aber nicht.Das ist so ungefähr wie : OP geglückt und Patient tot. Das passt nicht. Die Op und die Erkrankung haben sehr wohl Folgen. Nur entweder haben die Ärzte andere Massstäbe, oder sie wollen oder dürfen eben nicht
diese zur Kenntnis nehmen.Weiss der Geier. Aber dafür, dass man wahrnimmt, und auch mir zugesteht, dafür kämpfe ich.Und wenn es das letzte ist, was ich tue.....
Wovon soll ich leben, wenn ich mal später keine ausreichende Rente habe?Ich habe Angst vor dem Alter, denn ich habe immer gearbeitet, bis es nicht mehr ging.
Nun brauche ich Unterstützung, denn die Behandlungen fressen einen auf.
So manches wird eben nicht mehr bezahlt, seit der Staat sich so sehr einmischt.Das ist es ,was mich antreibt.